ARTIKEL: Pax-Bank testet den digitalen Klingelbeutel – Mobile Payment bald auch in der Kirche (IT-Finanzmagazin)

Das Terminal der Pax-Bank besitzt einen NFC-Empfänger

Kann kontaktlose Karten und sogar mobile Payment verarbeiten.
Voraussetzung ist aber ein gutes WLAN in der Kirche.

An einem Tag wie heute (zentrale Meldung war der Start von Apple Pay) wirkt die Meldung der Pax-Bank wie ein Fingerzeig: Bargeldloses Spenden in der Kirche. Gerade deshalb, bevor Apple die Vorweihnachtszeit kapert: Für Menschen die gerne Teilen & Geben gibt es nun einen elektronischen Opferstock und einem Klingelbeutel, in den ein Bargeldlos-Gerät integriert ist.

Die Pax-Bank aus Köln bringt kontaktloses Zahlen auch in die Kirche. Das zeigt auch, wie weit die Digitalisierung um sich greift. Die jetzt vor­gestellte Lösung „Elektronischer Opferstock“ ist vor allem für touristisch frequentierte Dom- und Wallfahrtskirchen gedacht. Auch die Kirchen haben verstanden, das viele Besucher heute bargeldlos reisen und ja, sie kennen elektronische Opferstöcke bereits aus anderen Ländern.

Am Beispiel Klingelbeutel hingegen zeigt sich, wie unterschiedlich die Bereitschaft zur Digitalisierung ist. Der Einsatz von Klingelbeuteln wird in den Kirchen schon lange kontrovers diskutiert. Manchen stört das Geräusch von klimperndem Münzgeld beim Gottesdienst. Viele haben aber auch ein Störgefühl bei der Spende per Karte. Diese Kontroversen wollen wir mit unserem digitalen Angebot keineswegs befeuern. Doch auch die Kirchen stellen sich zunehmend der Digitalisierung und erwarten von uns als Kirchenbank entsprechende Lösungen.“

Klingeln? Lautlos? Die Pax-Bank ermöglicht beides
Der digitale Klingelbeutel „digi-Collect“ käme zunächst als Hybrid-Lösung zum Einsatz. Das bedeutet: An den Rand eines modern gestalteten Klingel-Körbchens wird ein Lesegerät mit NFC-Technologie integriert. Die Bezahlung erfolgt kontaktlos über die Karte oder das Smartphone mit NFC-Kennung – genau wie an der Supermarktkasse. Der Kirchenbesucher kann voreingestellte Beträge von zum Beispiel 1, 2, 5, 10 und 25 Euro wählen und braucht dazu nicht mal seine PIN. Dabei legt jede Gemeinde die Beträge individuell fest. Für die bargeldlose Zahlung in der Kirche gelten die gleichen Sicherheitsstandards wie bei anderen NFC-Terminals.

Mit dieser – übrigens geräuschlosen – Ergänzung bieten wir dem Kunden einen Vorteil und verbinden die alte mit der neuen, digitalen Welt“

Wie weit sie sich durchsetzt, hängt von der Bargeldlos-Bereitschaft der Kirchenbesucher ab. Da sind andere europäische Länder deutlich weiter. Beim digitalen Klingelbeutel liegen die Vorteile aber nicht nur auf der Seite des Spenders. Der Verwaltungs- und Wartungsaufwand der neuen Geräte sei überaus gering und keine Gemeinde halte heute noch gerne Bargeld vor. Der Grund hierfür liegt nicht nur in steigenden Einbruchszahlen.

Es gibt aber noch zwei weitere Vorteile: Erstens kann der Gottesdienstbesucher über seinen Kontoauszug auch kleinere Spenden gegenüber dem Finanzamt nachweisen, und zweitens ist die bargeldlose Spende deutlich diskreter – das ist vielen Menschen wichtig.

Voraussetzung: Funktionierendes WLAN in der Kirche
Ende des Jahres soll erst der elektronische Opferstock und Anfang 2019 der digitale Klingelbeutel bei Bedarf Einzug in die ersten Gemeinden halten. Entsprechende Kostenmodelle befinden sich derzeit in der Abschlussphase. Einzige Voraussetzung: Ein störungsfreies W-LAN in der Kirche.