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Bargeldlose Bezahlsysteme sind allerorts auf dem Vormarsch und Experten erwarten gar eine Zukunft ganz ohne Cash. Was man über die Zukunft des Geldtransfers wissen sollte…

Die ersten Anzeichen für die bargeldlose Zukunft sind bereits deutlich zu sehen: Die Europäische Zentralbank druckt den 500-Euro-Schein nicht mehr nach. In Ländern wie Griechenland darf man Beträge nur bis zu einer Grenze von unter 2.000 Euro bar bezahlen. In Schweden und UK ist das Bezahlen ohne Scheine und Münzen längst allgegenwärtig. Bargeldloses Bezahlen liegt auch bei den Gästen in der HOGA-Branche im Trend. Kein Wunder, denn es bringt viele Vorteile mit sich. Das beginnt beim Verzicht auf das Herumtragen von prall gefüllten Geldbörsen. Vor allem aber kann der Bezahlvorgang schneller und bequemer abgewickelt werden – vorausgesetzt das Payment- System ist gut durchdacht.

Woran erkennt man gute Systeme?
Ein gutes System für bargeldloses Payment sollte einfach, schnell und sicher sein. Intuitive Bedienbarkeit, Sicherheit und Datenschutz sowie ein Mehrwert, den die moderne Technik erlaubt, sind wichtige Kriterien für qualitative Lösungen. Für den Betreiber ist wichtig, dass sich das System ohne Schwierigkeiten in das bestehende Kassen- und Hotelmanagementsystem integrieren lässt. Um für alle Zahlungsmodalitäten offen zu sein, sollte es EMV-Chips (Mastercard und Visa) und Magnetstreifen (bei der EC-Karte ergänzend zum Chip) lesen können. Für Sicherheit sorgt eine verschlüsselte Datenübertragung der Zahlungstransaktion ohne Speicherung auf lokalen Systemen.

Bezahlsysteme, die mit der Zeit gehen
Die EC- oder Kreditkartenzahlung ist zwar noch lange kein alter Hut, zählt aber zur klassischen, geradezu selbstverständlichen Bezahloption. Wer mit der Zeit gehen will, sollte Wert darauf legen, dass bei seinem System fürs bargeldlose Bezahlen ein Kontaktlos-Leser genutzt werden kann, denn berührungslose Zahlungen vermitteln dem Kunden ein Gefühl von einfachem Bezahlkomfort und werden sich mehr und mehr durchsetzen. „Ob man kontaktloses Bezahlen anbieten sollte, hängt nicht von der Betriebsgröße ab“, ist Bodo Becker, Senior Product Manager beim Payment Service Provider Concardis, überzeugt. Die Geschwindigkeit des Bezahlvorgangs wird allerdings bei allen Bezahlvarianten als Vergleichswert herangezogen. Deshalb zeigt das kontaktlose Bezahlen in der Systemgastronomie, wo es günstig und schnell zugehen soll, seine Stärke. Lange Schlangen zur Mittagszeit sind ein Stimmungskiller unter Gästen. Wer bei Burger King, Vapiano und Co. kontaktlos Beträge unter 25 Euro bezahlt – ohne dass eine PIN-Eingabe nötig wird –, wirkt dem Stau der Hungrigen entgegen.

Generalmobilmachung
Smartphones sind allgegenwärtig. Die Möglichkeit, das mobile Telefon auch als Ersatz für die Geldbörse zu nutzen, hat sich im deutschsprachigen Raum noch nicht durchsetzen können. In anderen europäischen Ländern ist das bargeld- und kontaktlose Bezahlen schon längst im Trend. Unter Druck stehen hier zudem die Banken, die mit den technischen Innovationen von Global Playern wie Apple, Google oder Amazon konkurrieren, wenn es ums Bezahlen per App geht. Auch der aus dem Onlineshopping bekannte Dienst Paypal lässt sich mit dem Handy-Payment verbinden, wie Vodafone beweist: Kunden können ihr Paypal-Konto oder ihre VISA-Kreditkarte in die Vodafone Wallet-App einbinden und so per Handy bezahlen.

Zukunftsmusik: Fingerabdruck oder Iris-Check zur Identifikation
Die Technik hinter dem Handy-Bezahlen ist NFC (Near Field Communication), welches eine Datenübertragung ohne Kontakt erlaubt. Beispielsweise zwischen Handy und Kartenlesegerät. Derzeit beschränkt sich diese komfortable Lösung allerdings auf Beträge bis 25 Euro. Bei allem darüber muss, wie bei der klassischen Kartenzahlung, die PIN-Nummer eingetippt werden. Das liegt vor allem an Sicherheitsbedenken hinsichtlich der verlässlichen Authentifizierung des Kartenbesitzers und an dem Wunsch nach einer Zahlungsgarantie. Visionäre arbeiten allerdings daran, die PIN durch futuristische Alternativen abzulösen. Diese sollen nicht nur die Kartenechtheit überprüfen, sondern auch den rechtmäßigen Besitz. Über die Fingerprint-Authentifizierung (per Fingerabdruck) als Nachfolger der PIN-Nummer wird nicht nur bei Apple viel diskutiert. Auch eine Karteninhaber-Authentifizierung per Augenscan, welche die Alleinstellungsmerkmale der Iris zur Identifikation nutzt, oder eine Erkennung des Eigentümers per Stimme wird in Betracht gezogen. Noch ist das in der täglichen Praxis Zukunftsmusik.

Quelle: Hogapage