ARTIKEL: Zwei Updates für die Bayern-Fans (Süddeutsche) – Eintritt via Handy-Ticket und Bezahlen mit Smartphone – im Fröttmaninger Stadion hält die Digitalisierung weiter Einzug (Von Felix Haselsteiner)

Karl-Heinz Rummenigge macht einen durchaus stolzen Eindruck, als er die Semmel mit der roten Bratwurst nun in Händen hält, die er gerade am Kiosk hinter der Südkurve der Allianz Arena erworben hat. „Will jemand?“, fragt er in die Runde von Pressevertretern, die sich am Dienstagmorgen in der Arena eingefunden hat, um mehr zu erfahren über die angekündigte Modernisierung des Bayern-Stadions. Es geht dabei in erster Linie nicht darum, dass der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern eine Bratwurstsemmel (4,20 Euro!) erworben hat, sondern, wie er das getan hat: Mit dem Handy.

„Apple Pay“ nennt sich das neue Bezahlsystem, das nun auch in Deutschland gestartet ist und dessen Funktionen Rummenigge gemeinsam mit Michael Diederich von der Hypovereinsbank und Jürgen Muth, dem Geschäftsführer der Allianz Arena München Stadion GmbH vorstellt. Beginnend mit dem Heimspiel gegen RB Leipzig am 19. Dezember können Zuschauer Speisen und Getränke mit dem Smartphone oder der Smart Watch erwerben. Wer nicht die nötigen Geräte hat, kann nun auch kontaktlos mit Giro- oder Kreditkarte bezahlen. Eine Modernisierung, die für viele Fans längst überfällig war.

Das bisherige System mit der sogenannten Arena-Card als einzigem akzeptierten Zahlungsmittel war bei vielen Fans unbeliebt. Gerade in der südlichen Hälfte des Stadions, über die die Mehrheit der Zuschauer von der Esplanade aus kommt, waren lange Schlangen und Wartezeiten zu erdulden. Zuerst musste die Karte an einem der Stände aufgeladen werden, danach konnte man sich für Bratwurst, Pommes oder Bier anstellen.

„Wir investieren laufend in neue Technologien, damit unsere Allianz Arena state of the art ist und auch bleibt“, sagt Rummenigge. Nach der äußerlichen Verschönerung der Arena im Sommer – mit dem Auszug des TSV 1860 gab es einen rot-weißen Anstrich im Innenraum – habe man nun auch die Digitalisierung vorangetrieben, so der Vorstandsvorsitzende.

Auch im Ticketing-Bereich erfolgt ein Update. Als erster Verein in der Bundesliga ermöglicht der FC Bayern in seiner Heimstätte den Zugang per Handy-Ticket, wie man es zum Beispiel von Flugreisen kennt. Gemeinsam mit der Firma Skidata wurden die Lesegeräte an den Drehkreuzen rund ums Stadion erneuert, so sollen die Wartezeiten reduziert und die Sicherheit verbessert werden: „Mit den Handy-Tickets sind Fälschungen ausgeschlossen“, sagt Rummenigge, der auf die weiterhin bestehende Problematik am Schwarzmarkt verweist.

Doch trotz der Modernisierung, was Zahlungsmethoden und Zugangsmöglichkeiten betrifft, dürfte die ungeliebte Arena-Card für viele Zuschauer vorerst weiter Bestandteil des Stadionbesuchs bleiben: Die Einfahrt in die Parkhäuser P1-P3 ist weiterhin nur mit der „alten“ Technologie möglich, ein Problem, das man jedoch bald beheben will. „Wir arbeiten an einer Lösung mit Kennzeichenerkennung“, kündigt Muth am Dienstag an. Diese sei bereits testweise an der Einfahrt zum VIP-Bereich im Einsatz und würde dort hervorragend funktionieren, erklärt der Stadionchef weiter. Mit Beginn der kommenden Saison wolle man die Technologie dann so weit entwickelt haben, dass sie auch in den übrigen Parkhäusern eingesetzt werden kann.